22.07.2018 Klassik auf der Burg: Eine Sommerreise

In den vergangenen Jahren bildete „Klassik auf der Burg“ mit Dirigentin Ljubka Biagioni zu Guttenberg und ihrem Orchester, den Sofia Symphonics, stets den krönenden Abschluss der Open-Air-Woche im Schönen Hof der Plassenburg. Stand im vergangenen Jahr ein „Sommermärchen“ auf dem Programm, verspricht zu Guttenberg dieses Mal Klassikfans aus der ganzen Region eine musikalische „Sommerreise“ von der Alten in die Neue Welt.

Der erste Teil des Programms steht ganz im Zeichen europäischer Klassik. Den Auftakt macht dabei Bedřich Smetanas „Die Moldau“. Das aus dem sechsteiligen Zyklus „Mein Vaterland“ stammende sinfonische Stück, das zu den bekanntesten klassischen Werken überhaupt zählt, entführt die Hörer in die tschechische Heimat des Komponisten und beschreibt den Lauf des Flusses von der Quelle über Wälder und Flure entlang stolzer Burgen bis zu seinem Einmünden in die Elbe. Als zweites Werk des Abends folgt Pjotr Tschaikowskis Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“, die auf dem gleichnamigen Werk von William Shakespeare beruht und als erstes großes Meisterwerk des russischen Komponisten gilt.
Stammen die ersten beiden Werke des Abends jeweils aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, darf sich das Publikum bei dem „Gypsy Dance“ und dem „Balkan Song“ des bulgarischen Musikers und Komponisten Teodosij Spassov auch auf zeitgenössische Klassik freuen. „Teodosij Spassov zählt zu den bekanntesten Musikern und Filmkomponisten Bulgariens und wurde nicht zuletzt durch sein einzigartiges Spiel der Hirtenflöte Kaval berühmt“, berichtet Dirigentin zu Guttenberg. Vor allem freut es sie, dass Spassov, der 2006 als bester Filmmusik-Komponist mit dem National Film Centre Annual Award ausgezeichnet wurde, auf der Plassenburg auch selbst als Solist zu sehen sein wird.

Nach einer Pause führt die Reise im zweiten Teil des Programms über den großen Teich in die Neue Welt nach Amerika: Präsentiert werden Auszüge aus George Gershwins 1935 uraufgeführter Oper „Porgy and Bess“, die das Leben der afroamerikanischen Bevölkerung in Charleston um das Jahr 1870 schildert und auch zahlreiche musikalische Elemente aus Blues oder Jazz aufgreift. Ebenfalls von George Gershwin stammt die berühmte Komposition „Rhapsody in Blue“, die mit Solist Stefan Vrachev im Mittelpunkt des zweiten Teils des Abends steht. In ihr verbindet der in New York geborene Komponist gekonnt Jazz und konzertante Sinfonik. Abgerundet wird die musikalische „Sommerreise“ von Auszügen aus dem berühmtesten amerikanischen Musical, der „West Side Story“ von Leonard Bernstein, die wie Tschaikowskis „Romeo und Julia“ ebenfalls das Shakespeare-Drama als Vorlage nimmt, dessen Handlung aber in das New York der 1950er-Jahre überträgt. 1957 uraufgeführt, zählt das Werk zu den erfolgreichsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts.

„Das Publikum darf sich auf einen musikalisch äußerst abwechslungsreichen Abend mit fantastischen Werken freuen“, zeigt sich Ljubka Biagioni zu Guttenberg begeistert. Und wer die sympathische Dirigentin kennt, weiß, dass sie es sich auch dieses Jahr kaum nehmen lassen wird, ihr Publikum mit kleinen Anekdoten und Erzählungen rund um die musikalischen Werke zu amüsieren.